Erb Gut Kunst
Symposium des Deutschen Kunstrats anlässlich der EXPONATEC COLOGNE
»Erb Gut Kunst« – Experten diskutieren über den Umgang mit kollektivem Kulturerbe und individuellen Künstlernachlässen
Erb Gut Kunst – so lautet der Titel der öffentlichen Tagung, die der Deutsche Kunstrat anlässlich der EXPONATEC COLOGNE, der internationalen Fachmesse für Museen, Konservierung und Kulturerbe (17.-20.11.2009), veranstaltet. Auf zwei Podien – moderiert von Kathy Kaaf und Thomas Wulffen – diskutieren Kunstexperten, Künstler und Wissenschaftler über den gesellschaftlichen Umgang mit dem kulturellen Erbe im Allgemeinen und der Archivierung von Künstlernachlässen im Besonderen. Sind Originale durch Reproduktionen oder durch Digitalisierung ersetzbar? Welche Kriterien entscheiden über die Bewahrung von Künstlernachlässen? Wie kann die öffentliche Sensibilität für Kulturwerte geschärft werden?
Diese und weitere Fragen stehen am 19. November im Mittelpunkt des Interesses. Die Teilnahme ist für Besucher der EXPONATEC COLOGNE und Cologne Fine Art & Antiques kostenlos.
Den Prospekt zum Symposium gibt hier als PDF-Dokument zum Herunterladen.
26 Regalkilometer Akten, 65.000 Urkunden, 104.000 Karten und Pläne, 50.000 Plakate sowie 800 Nachlässe und Sammlungen verschüttet – so lauteten die Schadensmeldungen kurz nach dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs. Weit über Nordrhein-Westfalen hinaus hat das Unglück die Frage nach dem allgemeinen Umgang mit dem kulturellen Erbe aufgeworfen. Gleichzeitig haben neuere Entwicklungen bildgebender Verfahren vermehrt die Frage nach der Bedeutung von Original versus Reproduktion hervorgebracht. Braucht der Betrachter das Original, wenn er eine digitale Version oder Reproduktion mit nach Hause nehmen kann? Oder kann eine Digitalisierung als Appetitanreger verstanden werden, der ein Bewusstsein für Originale und deren Werte schafft? Vor diesem Hintergrund befasst sich das von Thomas Wulffen moderierte Podium mit der Frage nach neuen Formen der Rezeption und mit der gesellschaftlichen Verantwortung für das kulturelle Erbe. Seine Gesprächspartner sind Dr. Holger Simon (Verband Deutscher Kunsthistoriker/Universität zu Köln), Dr. Ursel Berger (Direktorin des Georg-Kolbe-Museums, Berlin) und Ingo Terrumanum (Ver.di / Künstler, Köln).
Mit Fragen der Bewahrung, Archivierung und Präsentation von Künstler- bzw. Kunstvermittler-Nachlässen beschäftigen sich Dr. Birgit Jooss (Deutsches Kunstarchiv im Germanischen Nationalmuseum, Nürnberg), Prof. Dr. Günter Herzog (ZADIK – Zentralarchiv des internationalen Kunsthandels, Köln) und der Künstler Ingo Ronkholz (Krefeld). Die Moderation übernimmt Kathy Kaaf.
Der Kunstrat wurde in den 80er Jahren gegründet und ist heute eine der tragenden Säulen des Deutschen Kulturrates. Er ist eine informelle Vereinigung von rund zwei Dutzend bundesweit agierender Vereinigungen, deren Dreh- und Angelpunkt die bildende Kunst ist. Verbindendes Element der im Kunstrat vertretenen Verbände sind die nachhaltige Förderung bildender Kunst und die Interessenvertretung ihrer Urheber, ihrer kommerziellen sowie institutionellen und wissenschaftlichen Vermittler.
Das Programm im Überblick
- 14.00 Uhr
Begrüßung durch Ulrike Berendson (Direktorin der Cologne Fine Art & Antiques, Koelnmesse) und Birgit Maria Sturm (Sprecherin des Deutschen Kunstrats) - 14.15 Uhr
Eröffnungsvortrag
Dr. Catharina Corsepius (Verband Deutscher Kunsthistoriker/Universität Bonn) Der Einsturz des Kölner Stadtarchivs und seine Folgen - 15:00 bis 16:00 Uhr
Kollektives Kulturerbe: Exponieren oder Digitalisieren?
Moderation: Thomas Wulffen (AICA - Internationaler Kunstkritiker-Verband, Sektion
Deutschland, Berlin)
Podiumsteilnehmer: Dr. Holger Simon (Verband Deutscher Kunsthistoriker/Universität zu Köln) | Dr. Ursel Berger (Direktorin des Georg-Kolbe-Museums, Berlin) | Ingo Terrumanum (Ver.di / Künstler, Köln) - 17:00 bis 18:00 Uhr
Individuelle Künstlernachlässe: Kassieren oder Archivieren?
Moderation: Kathy Kaaf (GEDOK, Verband der Gemeinschaften der Künstlerinnen und
Kunstförderer e.V.)
Podiumsteilnehmer:
Dr. Birgit Jooss (Deutsches Kunstarchiv im Germanischen Nationalmuseum, Nürnberg) | Prof. Dr. Günter Herzog (ZADIK – Zentralarchiv des internationalen Kunsthandels, Köln) | Ingo Ronkholz (Künstler, Krefeld)
Im Anschluss jeweils Diskussion mit dem Publikum
